Der Tag, an dem ein Teil von mir starb

TW: Tod, Verlust und Trauer

Vorab: Ich weiß, wieder so ein ernstes Thema. Aber es ist mir wichtig – und das hier ist mein Blog.

Heute ist der 15.01.2026. Der 15.01. ist für mich immer ein ganz besonderer Tag. Besonders schwer.
Vor genau 15 Jahren ist mein Opa gestorben.

Mein Opa war für mich eine ganz besondere Person – die wichtigste zu diesem Zeitpunkt. Als er starb, starb auch etwas in mir, und ich hatte das Gefühl, meine Kindheit sei jetzt vorbei. Die meisten schönen Erlebnisse hatte ich mit ihm und bei ihm. Nicht umsonst habe ich mir, sobald ich 18 wurde, ein Tattoo für ihn stechen lassen – eines, das ich mir schon mit 11 gewünscht hatte: ein Anker (er war Seemann) mit seinem Namen integriert.
Noch heute fühle ich mich ihm besonders nah, wenn ich auf dem Wasser bin.

Ich war noch sehr jung – 11 Jahre alt – und ich kann mich nicht mehr an viel erinnern (auch durch die Schäden der Epilepsie). Seine Stimme habe ich schon lange vergessen. Auch wenn es weh tut, ist das wohl normal.

Mein Opa hatte immer diese weißen Bonbons mit Eukalyptus auf seinem Tisch im Wohnzimmer stehen. Ich weiß noch, dass ich abends auch mal eins, zwei oder sogar drei heimlich naschen durfte – hehe.
Und mein Opa hatte Fische. Viele. Aber am prägnantesten haben sich die Neonfische in mein Gehirn gebrannt. Sobald ich heute solche Fische sehe, ist mein erster Gedanke: mein Opa.

Ich muss oft an ihn denken. Das macht es nicht einfacher. Es wäre so schön, ihn noch einmal zu hören und zu wissen, was er dazu sagen würde, wie ich heute lebe. Ich weiß, er wäre stolz auf mich – auf meinen Umzug nach Berlin und auf all das Schöne und Schlimme, das seitdem passiert ist.

Ich kann mich noch genau daran erinnern: An Heiligabend 2010 kam er ins Krankenhaus. Mein Opa war Weihnachten für mich. Er hat Weihnachten zu dem gemacht, was es für die meisten von euch ist – ein Fest der Familie. Danach war Weihnachten nicht mehr dasselbe, und ich feiere es auch nicht mehr.

Ab Heiligabend habe ich keine Erinnerungen mehr. Ich weiß nicht mehr, wann und wie ich erfahren habe, dass er gestorben ist. Und vielleicht ist das auch besser so. Ich muss ja sowieso ständig an ihn denken – und dass es hauptsächlich die schönen Dinge sind, macht es weniger schlimm. Oder so.

Danach hat sich vieles verändert. Meine Sicht auf das Leben, auf Weihnachten, und meine Kindheit war irgendwie beendet. Meine Familie war nach dem Tod meines Onkels auch nicht mehr die, die sie einmal war. Wir haben alle darunter gelitten und sind daran zerbrochen.

Mein Opi hat mich immer so genommen, wie ich bin. Ihm war egal, wie ich aussah oder ob ich irgendetwas gut konnte oder nicht. Ich war einfach seine Enkelin, und das reichte ihm, um mich abgöttisch zu lieben.

Dass ich nicht auf seiner Beerdigung war, zerbricht mich heute sehr. Ich konnte nie richtig Abschied nehmen und kann manchmal gar nicht glauben, dass er wirklich nicht mehr da ist – vielleicht läuft er ja irgendwo herum? Ich weiß, das ist Quatsch. Aber ich habe bei anderen Beerdigungen gemerkt, wie wichtig mir dieser Abschluss ist.

Naja. Ich denke, all is said and done.

Dieser Blogbeitrag war mir noch wichtig.
Ob es hier weitergeht? Ich weiß es nicht. 2026 bringt viele neue Möglichkeiten für mich.
Wenn es weitergeht, dann im neuen Design.
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